KETTCAR

Freitag, 19. Juli 2019, 19.10 Uhr

Hauptbühne

Wie viele Seiten hat eine Medaille? Wie oft muss man die Perspektive wechseln, um die Dinge klarer zu sehen? Und wer war eigentlich zuerst da: Das private Ei oder die politische Henne? Mit „Ich vs. Wir“ haben Kettcar im Sommer 2017 ein Standardwerk in Sachen „Musik zur Zeit“ veröffentlicht. Ein Album, das gleichzeitig Bestandsaufnahme und Vision war. Das sich klar positionierte und laut Nein sagte zu der Art und Weise, wie derzeit viel zu viele (Un-)Menschen Gesellschaft definieren. Und das einer zweifelnden Band, die ziemlich nahe am Abgrund taumelte, erst einen Fallschirm zuwarf und sie dann nach vorne schubste: Auf jetzt, da geht noch was! Eineinhalb Jahre später gibt es nun fünf neue Songs von Kettcar, die sinnigerweise mit „Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)“ betitelt sind. Fünf Songs, die sich denselben Themen – Leben, Kapitalismus, der ganze Rest – widmen, dafür aber den Fokus ändern, ordentlich am Zoom drehen und von Makro auf Mikro umstellen. Um es gleich klarzustellen: Diese EP ist keine Fortsetzung, kein Weiterdreh, und auch kein Überbleibsel. Die fünf Songs sind frisch und neu, keine alten Skizzen oder verworfenen Ideen. „Der süße Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich)“ ist eher ein Komplementärwerk, das den Vorgänger ergänzt und neue Bedeutungsebenen aufmacht, aber auch gut und gerne für sich alleine steht. Dass sich der Blickwinkel nun ändert und mehr die Rolle des Einzelnen beleuchtet, hat mit einem etwaigen „Rückzug ins Private“ allerdings gar nichts zu tun. Diese Frage ist für Kettcar längst beantwortet: Das Private ist natürlich immer auch politisch.

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